TRIAS Oberschule Elsterberg

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Holocaustüberlebende an der TOS 

Nachdem wir am Dienstag in der Gedenkstätte in Flossenbürg waren und dort wahrlich mit einem Tiefpunkt der deutschen Geschichte konfrontiert wurden, hatten wir am Donnerstag die Möglichkeit, Zeitzeugen zu treffen. Justin Sonder, Ehrenbürger der Stadt Chemnitz und Überlebender von Auschwitz, kam 9:00 Uhr in die TRIAS Oberschule, um den Schülern seine bewegte Vergangenheit vorzustellen. Nachdem wir schon einige Informationen über ihn einem Dokumentarfilm über sein Leben entnehmen konnten, stand er im Anschluss den Schülern Rede und Antwort. Er berichtete unter anderem, wie er in Auschwitz überleben konnte, wie er am Todesmarsch teilnahm, über seine kurze Zeit im KZ Flossenbürg und darüber, wie er am Ende des Krieges in Hof den einzig Überlebenden aus seiner Familie, seinen Vater, zufällig wiedertraf. Warum er noch immer in Deutschland lebe, wollten die Schüler wissen und er erklärte, dass er sein Leben dem Wiederaufbau gewidmet hatte und auch, dass er der jungen Generation so viel wie möglich mit auf den Weg geben will, damit sich die Geschichte nicht noch einmal wiederholt.

Im Anschluss daran lernten die Klassen 9 und 10 noch Henrietta Kretz kennen. Sie wurde 1934 in der Urkaine geboren und wurde als Jüdin vor den Deutschen lange Zeit an immer wechselnden Orten versteckt gehalten. Mit ihren Eltern lebte sie einige Zeit im Ghetto. Sie musste erleben, wie sie mit ihren Eltern ein halbes Jahr im Kohlenkeller versteckt wurde, wo sie sich kaum bewegen konnten, geschweige denn Licht sahen. Außerdem wurden ihre Eltern vor ihren Augen umgebracht, ihr Vater mit den Worten an sie: „Lauf!“ Sie konnte aus den Fängen der Deutschen entkommen, versteckte sich in einem Nonnenkloster und überlebte den Holocaust.

Während der Gespräche konnte man in der Klasse teilweise eine Stecknadel fallen hören. Auch wenn die Schüler nicht viele Fragen stellten, waren sie von der Geschichte ergriffen und bewegt.

 

Nadine Zengerle, Lehrerin für Geschichte an der TOS